| Unternehmen | Mister Spex |
|---|---|
| Branche | Community |
| Finanzierungsrunde | n.a. |
| Eingesammelt (Mio. USD) | $50-250 Mio |
| Größenordnung | $50-250 Mio |
| Jahr | 2018 |
| Folien | 22 |
| Land | Germany |
| Phase | n.a. |
| Investoren | Goldman Sachs, Point Nine Capital |
Brillen zwischen Online-Handel und Filialen
Mister Spex begann als Onlinehändler für Brillen und Kontaktlinsen und baute später ein Netz eigener Filialen auf. Das Unternehmen ging 2021 an die Frankfurter Börse.
Der Fall zeigt eine Bewegung, die viele Onlinehändler durchlaufen haben: Ein Produkt, das Beratung und Anprobe erfordert, lässt sich online nur bis zu einer bestimmten Grenze verkaufen. Danach werden Filialen nötig – und damit kehrt genau die Kostenstruktur zurück, deren Vermeidung das ursprüngliche Argument war.
Für ein Deck heißt das, den Deckungsbeitrag je Kanal getrennt auszuweisen und die Filialkosten als das darzustellen, was sie sind: eine Investition in Kundengewinnung mit langer Amortisationsdauer. Wer Filialen als Marketingkosten verbucht, verschleiert die Rechnung.
Für deutsche Gründer im Handel ist der Punkt allgemeiner Natur: Prüfe früh, ob dein Produkt eine physische Komponente im Kaufprozess braucht. Wenn ja, gehört sie in die Planung – nachträglich eingeführt ist sie teurer und verändert das Geschäftsmodell grundlegend.
Ein zweiter Punkt betrifft die Sehstärkendaten. Der Verkauf von Korrektionsbrillen setzt eine gültige Sehstärkenbestimmung voraus, und die Bereitschaft, diese online anzugeben oder ermitteln zu lassen, begrenzt den Anteil des Onlinegeschäfts strukturell.







